Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V.

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Chodowieckistr. 41
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  (von) (bis)  

14. Mai 2012
Hirschfeld-Ehrung am Denkmal in Charlottenburg

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Stiftungsvorstand Jörg Litwinschuh

Am 14. Mai 2012, dem 144. Geburts- und 77. Todestag Hirschfelds haben der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), der Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Jörg Litwinschuh, und der Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Ralf Dose, im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2012 am Denkmal für Magnus Hirschfeld in der Otto-Suhr-Allee gegenüber dem Rathaus Charlottenburg Blumen niedergelegt.


7. Mai 2012
bis 23. Juni 2012

Hirschfeld-Tage Berlin 2012
Hirschfeld-Tage Berlin 2012

Programmtitel

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und der LSVD Berlin-Brandenburg veranstalten vom 7. Mai bis zum
23. Juni mit zahlreichen Kooperationspartnern die "Hirschfeld-Tage". Mitarbeiter der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft sind an einer ganzen Reihe dieser Veranstaltungen beteiligt. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Programm der Hirschfeld-Tage


28. Jan. 2012
bis 25. Febr. 2012
Fr.-Sa. 15-19 Uhr
Kollwitzstr. 10, 10405 Berlin
Galerie Note On
What Would You Say It Is?
Nachrichten zum Weltuntergang 2012
Bücherschrank

Im Rahmen der Ausstellung What Would You Say It Is? Nachrichten zum Weltuntergang 2012 entwickelte die Magnus-Hirschfeld- Gesellschaft zusammen mit dem Kuratorinnenkollektiv randomrelevance die Präsentation historischer Schriften zum Thema "Liebe". Die Auswahl vereint zur Schaffenszeit Hirschfelds (1868-1935) sowie kurz nach seinem Tod erschienene Werke aus Wissenschaft, Aufklärung und Populärkultur. Einige dieser Bücher sind von Hirschfeld selbst verfasst und beinhalten seine wichtigsten sexual-wissenschaftlichen Positionen, wie die Theorie der sexuellen Anziehung. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit versuchte er, den Kampf für sexuelle Selbstbestimmung, Entpathologisierung und Entkriminalisierung sexueller Minderheiten, auf eine naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Zusammen mit den anderen bis 1932 veröffentlichten Werken geben sie Einblicke in den Stand der sexualwissenschaftlichen Diskurse jener Zeit. 1933 wurden Hirschfelds Schriften durch die Nationalsozialisten verboten, seine Publikationen anlässlich der Bücherverbrennung am 10. Mai öffentlich verbrannt und das von ihm gegründete Institut für Sexualwissenschaft vandalisiert und geschlossen. Die hier gezeigten Bücher späterer Erscheinungsjahre dokumentieren die Ideologisierungen der Wissenschaften und die Instrumentalisierung der sexuellen Aufklärung für rassistische Ziele in der Zeit des Nationalsozialismus.

Website der Ausstellung
Bericht in der Zeitschrift abitare  
14. Febr. 2012
Dienstag, 19.00 Uhr
Kollwitzstr. 10, 10405 Berlin
Galerie Note On
LET'S TALK ABOUT LOVE
Lesung und Gespräch zur Liebe

Mit Rainer Herrn (Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Institut für Geschichte der Medizin der Charité) und den Künstler_innen Florian Goeschke und Eske Schlüters, moderiert von randomrelevance. Es liest: Oliver Dresselhaus

LET'S TALK ABOUT LOVE. Am 14. Februar, Valentinstag und 312. Tag vor dem Weltuntergang, laden wir herzlich zu Lesung und Gespräch zur Liebe im Rahmen der Ausstellung What Would You Say It Is? Nachrichten zum Weltuntergang 2012. Fragen nach der sozialen, kulturellen, historischen und politischen Verfasstheit von Liebe und Sexualität, nach der Bedeutung (sexueller) Selbstbestimmung heute und ganz allgemein danach, wie wir leben und lieben wollen, werden Themen des Abends sein. Impulse für die Diskussion unter den Künstler_innen der Ausstellung, dem Wissenschaftler Rainer Herrn und unseren verehrten Besucher_innen sollen kurze Fragmente aus den ausgestellten historischen Schriften zum Thema Liebe aus Wissenschaft, Aufklärung und Populärkultur geben.


25. Dez. 2011

Offener Brief an die FDP
Offener Brief an die FDP
Könnnen Sie sich diese Anzeige mit einem Bild des Außenministers vorstellen?
An die
FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag
und
den Parteivorstand der FDP

Ihre Anzeigenkampagne in schwulen Zeitschriften

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einigem Entsetzen haben wir die von Ihnen in den Monaten November und Dezember in schwulen Zeitschriften geschaltete Anzeige "Schwule Sau!" gesehen. Auch wenn wir bereit sind anzuerkennen, dass es nun nach den Vorarbeiten vieler anderer die FDP war, die die Realisierung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld auf den Weg gebracht hat, halten wir die von Ihnen gewählte Form sich dieses Erfolgs zu rühmen, für verabscheuungswürdig. Mit dem Etikett "Schwule Sau!" in Lettern, die sonst der BILD-Zeitung vorbehalten sind, verunglimpfen und beschädigen Sie den Namensgeber der Stiftung - einen von den Nazis aus Deutschland vertriebenen Juden, Homosexuellen und Sozialdemokraten - noch im Nachhinein. Würden Sie es wagen, die gleiche Anzeige etwa mit dem Bild des Außenministers schalten?

Es steht Ihrer Partei nicht zu und nicht gut an, einen Menschen öffentlich als "Schwule Sau" zu beschimpfen - da hilft es auch nicht, dass der Text der Anzeige versucht, das andersartige Anliegen der Stiftung deutlich zu machen. Diesen Text mag frau/man nach dem misslungenen Blickfang gar nicht mehr lesen. Der Stiftung selbst haben Sie einen schlechten Dienst erwiesen. Ganz abgesehen davon: Wie geschichtsvergessen muss man sein, um einen Juden mit dem Wort "Sau" in Verbindung bringen zu können?

Besonders unangenehm fällt die Motivverwendung auf Ihrer Website ins Auge. Da wird dann unter der völlig unverständlichen Überschrift "Die Köpfe der Menschen erreichen" nur noch mit dem Bild-Aufmacher gearbeitet. Wollen Sie die Köpfe der Menschen erreichen, indem Sie sie vor den Kopf schlagen?

Wir erwarten, dass Sie sich umgehend deutlich und öffentlich für diese misslungene Kampagne entschuldigen und das Motiv nicht wieder verwenden.

     
7. Dez. 2011 bis 31. März 2012

Schwules Museum
Hirschfeldforschung

Fundstücke aus neuester Zeit
Objekte, Bücher, Dokumente

Eine Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V.
in der Dauerausstellung des Schwulen Museums

Eröffnung: 6. Dezember 2011, 18.00 Uhr

Fotos aus Indien, einen Koffer aus Hongkong, ein Gästebuch aus Frankreich, Geschirr aus Berlin und einen Reisepass von 1928 – dies und vieles mehr zeigt die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft in der Dauerausstellung des Schwulen Museums. Es handelt sich um einige Beispiele aus dem Ertrag langjähriger Forschungen nach den Resten des früheren Instituts für Sexualwissenschaft (1919 - 1933) und dem Nachlass seines Gründers und Leiters Magnus Hirschfeld (1868 Kolberg - 1935 Nizza). Die Ausstellung zeigt Stücke aus drei größeren Konvoluten, die die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren geschenkt erhielt bzw. erwerben konnte:

Der erste Teil stammt aus dem Nachlass von Li Shiu Tong, genannt Tao Li (1907 Hongkong - 1993 Vancouver), Hirschfelds letztem Freund, den er auf der Weltreise in China kennengelernt hatte. Adam Smith, der heute als Fotograf in Vancouver lebt, hat nach Lis Tod einen Koffer voller Nachlassgegenstände aus dem Müllkeller des Hauses gerettet, in dem Li ein Apartment besaß, und diesen Koffer 2003 der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft geschenkt. Weitere Nachlassgegenstände konnte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft von den Angehörigen Li Shiu Tongs erwerben.

Das zweite Konvolut stammt aus dem Nachlass von Ernst Maass (1914 Stettin - 1975 New York), einem Großneffen Hirschfelds. Ernst Maass – selbst bereits in Italien exiliert – hatte sich 1935 in Nizza um Hirschfelds Hinterlassenschaft gekümmert. Er hat eine große Zahl persönlicher Dokumente Hirschfelds – etwa das Kolberger Abiturzeugnis, die Approbation aus Würzburg, den Reisepass der Weltreise u.v.a.m. – bewahrt, dazu eine große Zahl von Familienbriefen. Sein Sohn Robert Maass, heute Fotograf in New York, hat diese Unterlagen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft im Frühjahr 2011 geschenkt.

Den dritten Schwerpunkt der Ausstellung bilden Fotos, Briefe und Gegenstände aus dem Besitz von Adelheid Schulz geb. Rennhack (1909 Stolp i.P. - 2008 Berlin). Adelheid Schulz war von 1928 bis 1933 in der Hauswirtschaft des Instituts für Sexualwissenschaft tätig und bei der Plünderung des Instituts am 6. Mai 1933 zugegen. Sie hat aus der Zeit ihrer Tätigkeit im Institut viele Briefe und Fotos bewahrt und auch einige Gegenstände vor dem Zugriff der Nazis retten können. Nach ihrem Tod haben ihre Tochter und ihre Enkelin diese Gegenstände der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft geschenkt.

Ergänzend zu diesen eigenen Beständen zeigt die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft das Gästebuch Magnus Hirschfeld aus dem Exil in einer farbigen Arbeitskopie von Dr. Marita Keilson-Lauritz. Das Original dieses Gästebuchs liegt heute im Deutschen Literaturarchiv in Marbach, es enthält rund 300 Einträge, deren Verfasser einem Who is who der Kulturgeschichte entstammen könnten. Die Arbeitskopie ist "work in progress" und dokumentiert den mühseligen Prozess der Suche nach den Autorinnen und Autoren der vielsprachigen Einträge. Die Ausstellungsbesucher sind eingeladen, Ergänzungen und Hinweise einzutragen.

Adam and Nancy
Nancy und Adam Smith 2005 am Denkmal für das
Institut für Sexualwissenschaft (Foto: Ralf Dose)


     
 
31.08.2011



"Bundesstiftung Magnus Hirschfeld" beschlossen

Fast 80 Jahre nach der Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaft und rund 50 Jahre nach dem beschämenden Ende eines "Entschädigungs"verfahrens, nach fast 30 Jahren Arbeit der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft mit mehreren vergeblichen Anläufen im Deutschen Bundestag ist es geschafft: Das Bundeskabinett hat am 30. August 2011 die Errichtung einer "Bundesstiftung Magnus Hirschfeld" beschlossen.

Deren satzungsgemäße Aufgaben und Ziele sind:

"(1) [...] Förderung von Bildung sowie von Wissenschaft und Forschung, um insbesondere
1. die nationalsozialistische Verfolgung Homosexueller in Erinnerung zu halten,
2. das Leben und Werk Magnus Hirschfelds sowie das Leben und die gesellschaftliche Lebenswelt homosexueller Männer und Frauen, die in Deutschland gelebt haben und leben, wissenschaftlich zu erforschen und darzustellen und
3. einer gesellschaftlichen Diskriminierung homosexueller Männer und Frauen in Deutschland entgegenzuwirken.

(2) Die Satzungszwecke werden verwirklicht insbesondere durch
1. die Initiierung und Förderung der Bildungsarbeit sowie den Aufbau eines entsprechenden Netzwerks,
2. die fachliche Zusammenarbeit mit Universitäten, Bildungs- und Forschungseinrichtungen,
3. die eigene wissenschaftliche Forschung sowie die Anregung und Förderung von wissenschaftlicher Forschung und deren Veröffentlichung,
4. die Sammlung, Dokumentation und wissenschaftliche Auswertung von Materialien und Zeitzeugenberichten sowie
5. die Durchführung von Ausstellungen, Tagungen, Diskussionsforen und ähnlichen Veranstaltungen.

Der Satzungszweck nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 wird schwerpunktmäßig durch Maßnahmen nach Satz 1 Nummer 1 verwirklicht."

Die Vorgeschichte dieser Stiftung lässt sich gut auf unserer website nachvollziehen:

nur eine Auswahl:

Viele der für die Stiftung definierten Aufgaben nimmt die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft seit ihrer Gründung 1982/83 - zumeist ehrenamtlich und unentgeltlich - wahr:

  • In unserer Bibliothek und dem Archiv konnten wir die wenigen noch existierenden Bestände aus dem früheren Institut für Sexualwissenschaft und Dokumente aus Hirschfelds Leben sichern.
  • Die Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft berichten kontinuierlich über Forschungsergebnisse zur Geschichte der Sexualwissenschaft und zur Geschichte der Homosexuellenverfolgung.
  • Unsere Forschungsergebnisse präsentieren wir regelmäßig auf Tagungen und Kongressen im In- und Ausland, in Ausstellungen, einer Schriftenreihe und Buchpublikationen.

Wir erwarten, dass sich die Stiftung die in der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft vorhandene Expertise zu nutzen machen und zur Sicherung dieser Arbeit beitragen wird.

Die Stiftung ist mit einem Vermögen von 10 Millionen Euro ausgestattet; ob die Aufstockung um weitere 5 Millionen Euro aus Haushaltsresten tatsächlich kommt, wozu das Bundesjustizministerium ermächtigt ist, bleibt abzuwarten. Da nur der Ertrag verwendet werden darf, stehen bei angenommenen 3,5% Zinsen maximal 350.000 € jährlich zur Verfügung. Aus diesem Geld müssen auch alle Personal- und Verwaltungskosten bezahlt werden, etwa das Gehalt des vorgesehenen hauptamtlichen Vorstands, Miete, Reisekosten der Gremien etc. Es wäre fatal, wenn ein Großteil der nun endlich für Forschung und Bildung zur Verfügung stehenden Gelder für Verwaltungskosten aufgewendet würden; insbesondere beim Gehalt des Vorstands erwarten wir Augenmaß: Die von der Stiftung zu fördernden Projekte sind in den vergangenen 30 Jahren unter schwierigen ökonomischen Bedingungen betrieben worden. Dazu würde kein Ministerialratsgehalt für den Vorstand passen.

Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft dankt allen, die sich in den vergangenen 30 Jahren dafür eingesetzt haben, die Erinnerung an Magnus Hirschfeld, das Institut für Sexualwissenschaft, und die verfolgten homosexuellen Frauen und Männer wach zu halten. Die "Bundesstiftung Magnus Hirschfeld" ist ein wichtiger Schritt vorwärts, jetzt müssen wir sie mit Leben erfüllen.

Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft wird eines von acht Mitgliedern des Fachbeirats stellen; im Kuratorium der Stiftung, das die Entscheidungen über die Mittelvergabe treffen wird, sind wir nicht vertreten.


Pressemitteilung des BMJ vom 31.8.2011 Website der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
Pressemitteilung der MHG vom 31.8.2011  
Weitere Reaktionen und Pressechos
Pressemitteilung der Initiative Queer Nations
Pressemitteilung der Grünen im Bundestag
Berliner Zeitung vom 31.08.2011
taz vom 31.08.2011
taz-Interview mit Andreas Pretzel vom 1.09.2011
YAGG - französische GLBT Website  




     

 
23.06.2011
Dringend - Lagerraum gesucht
Unser bisheriger Lagerraum wurde zum 30.9.2011 gekündigt. Wir suchen ab sofort einen bezahlbaren trockenen Lagerraum für unsere Wanderausstellungen und ältere Aktenbestände. Benötigt werden ca. 10-15 qm, möglichst ebenerdig. Bevorzugt (nicht Bedingung) zwischen Prenzlauer Berg und Kreuzberg. Hinweise und Angebote bitte an unsere e-mail-Adresse oder
Direktkontakt

 
Mai 2011
vergriffene ältere Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft online
Nr. 1/1983 bis Nr. 8/1986 sind jetzt als pdf-Datei online zugänglich. Weitere Hefte folgen.
>Mitteilungen

 
Mai 2011
Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft
Nr.46/47; Mai 2011
Chronik
Ralf Dose: Es gibt noch einen Koffer in New York
Jens Dobler: Rechtsanwalt Fritz Flato (1895–1949)
Runar Jordåen: Versuch zur Verschärfung der Homosexuellenverfolgung im von der Nazi-Wehrmacht besetzten Norwegen
Frank Gassner: Wer war Heinz Heger? Klärung eines Pseudonyms


Rezensionen
Manfred Herzer über Elena Mancini: Magnus Hirschfeld and the Quest for Sexual Freedom
Jens Dobler über Wolfgang Wippermann: Skandal im Jagdschloss Grunewald; über Norman Domeier:Der Eulenburg-Skandal und über Peter Winzen: Das Ende der Kaiserherrlichkeit
Günter Grau über Kurt Hiller: Das Recht über sich selbst und Wolfgang Beutin: Hilleriana
Raimund Wolfert über Claudia Dewitz: Identität, Emanzipation und Sexualität in den Tagebüchern von Ruth Maier und Yishay Garbasz: Becoming. A Gender Flipbook
Richard Kühl über Günter Grau: Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933-1945
>Mitteilungen

 
10. Mai 2010
15.30 Uhr

August-Bebel-Platz

am Mahnmal
für die
Bücherverbrennung



Gedenkveranstaltung

anläßlich des 75. Todestages von Magnus Hirschfeld

Grußworte: Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin
Gedenkrede: Brigitte Zypries MdB, Bundesministerin der Justiz a.D.

Gedenkfeier Bebelplatz
Klaus Wowereit, Brigitte Zypries
Sein Lebenswerk sei "rassischer Unzucht" gewidmet, er selbst "ein Schnüffler im Schlick der Pornografie". Mit diesen Worten schmähten die Nazis einen der bekanntesten Sexualforscher Berlins, den jüdischen Arzt Magnus Hirschfeld. Sein weltberühmtes Institut für Sexualwissenschaft und seine Sammlungen wurden am 6. Mai 1933 verwüstet, seine Werke wenige Tage später, am 10. Mai, Opfer der schändlichen Bücherverbrennung.

Das Gedenken will das Vermächtnis eines der Pioniere der Sexualwissenschaft in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückrufen. Hirschfeld begründete den Ruf Berlins als eines Zentrums der Sexualwissenschaft. Als Wissenschaftler arbeitete er in keinem "Elfenbeinturm". Vielmehr verstand er sein Wirken als Beitrag zur Veränderung der sozialen Verhältnisse. Mit der Propagierung des freien Zugangs zu Verhütungsmitteln und der Lockerung der Gesetzesbestimmung zum Schwangerschaftsabbruch wollte er dem durch viele Kinder verursachten Elend in Arbeiterfamilien entgegenwirken. Hier wie auch in anderen Fragen zur notwendigen Reform des Sexualstrafrechts scheute er keine politische Auseinandersetzung. Sein besonderes Engagement galt homosexuellen Männern und Frauen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts legte er den Grundstein für die Entwicklung einer politischen Protestbewegung, deren Ergebnisse sich Jahrzehnte später in der gesellschaftlichen Akzeptanz und Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen niederschlagen sollten.

Nicht unproblematisch war sein Engagement für die Eugenik. Als Folge seines unbedingten Glaubens an die Macht der wissenschaftlichen Aufklärung sah er in der Eugenik, in der Wissenschaft vom "guten Erbe", eine Instrument, dass durch "die Hervorbringung besserer und glücklicherer Menschen die Entstehung einer besseren und glücklicheren Menschheit" bewirken könnte. Er folgte damit dem Mainstream der zeitgenössischen bürgerlichen wie auch linken Sozialreformer. Sicherlich war er kein "Vordenker der Nazi-Ideologie", wie ihm später vereinzelt vorgeworfen wurde, wohl aber verkannte er die Gefahren, die von einer durch rassenhygienischen Vorstellungen bestimmten Bevölkerungspolitik für das Selbstbestimmungsrecht und die Freiheit des Individuums ausgehen.

Vollständiger Pressetext als >PDF zum >Presseecho
Einladungskarte als >PDF


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hms

     

 
11. Mai 2010
bis 10. Juni 2010

Foyer der "Kommode" am August-Bebel-Platz



Öffnungszeiten: Montag - Freitag 9.00 bis 20.00 Uhr
Samstag: 9.00 bis 15.00 Uhr
Ausstellung

Das erste Institut für Sexualwissenschaft 1919-1933


Das im Jahr 1919 in Berlin-Tiergarten eröffnete Institut des jüdischen Arztes Magnus Hirschfeld war das weltweit erste sexualwissenschaftliche Institut. Die Arbeiten Hirschfelds und die seiner Mitarbeiter zu vielfältigen Aspekten der Sexualität des Menschen begründeten den Ruf Berlins als Zentrum der Sexualforschung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Das Institut war jedoch nicht nur eine Forschungsstätte. Es bot auch vielfältige Möglichkeiten der Beratung und Aufklärung in sexuellen Fragen und war für tausende Männer und Frauen aus allen Bevölkerungsschichten eine Zufluchtsstätte. Von hier nahmen politische Initiativen zur Reform des Sexualstrafrechts ihren Ausgang: zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und der Homosexualität sowie zur sexuellen Aufklärung von Kindern und Jugendlichen. Immer wieder gab es Aktionen, die um Toleranz gegenüber homosexuellen Männer und Frauen wie auch von Transvestiten und Hermaphroditen warben.

Anhand von Fotos und Dokumenten gibt die Ausstellung einen Überblick über die Arbeit des Instituts ab 1919. Sie stellt die wichtigsten Mitarbeiter, namhafte Besucher und Gäste vor. Exemplarisch werden das Engagement der Mitarbeiter illustriert, ihre Aktivitäten in der Sexualreformbewegung, in der Gerichtsmedizin, in Beratung, Aufklärung und Sexualerziehung. Die Ausstellung schließt mit Dokumenten zur Plünderung des Instituts am 6. Mai 1933, zur Verwüstung der einzigartigen Sammlungen und der Verbrennung von Büchern und Dokumenten auf dem Berliner Opernplatz am 10. Mai 1933 sowie zur Situation Hirschfelds im französischen Exil, der am 14. Mai 1935 in Nizza verstarb.

Die gemeinsam von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft und vom Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität Berlin arrangierte Ausstellung wird am 10. Mai um 16.30 Uhr mit einer Ansprache des Institutsdirektors Prof. Dr. Thomas Macho eröffnet.

Vollständiger Pressetext als >PDF

Einladungskarte als >PDF

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 9.00 bis 20.00 Uhr, Samstag: 9.00 bis 15.00 Uhr
Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.
Sonn- und Feiertags geschlossen
HU-Siegel

     

 
7. Mai bis
14. September 2008

>>Berliner Medizinhistorischen Museum

8. Juli, 19:30h
>öffentliche Führung
Sex brennt

Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft und die Bücherverbrennung

Kunst und Dokumente im >>Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité

Am 10. Mai 2008 jährt sich die Bücherverbrennung durch die Nazis zum 75. Mal - ein folgenschweres Ereignis für das geistige und kulturelle Leben Europas. Anlässlich des Jahrestages wird die Ausstellung "Sex brennt" am Beispiel des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld die inszenierte Auslöschung humanistisch-liberaler Denktraditionen einschließlich ihrer politischen und kulturellen Repräsentanten darstellen. Die Rolle Hirschfelds und die der Zerstörung seines Instituts als Auftakt zur Bücherverbrennung wurde in diesem Kontext bislang unangemessen wenig beachtet. Hier setzt die Ausstellung, die vom 7. Mai bis zum 14. September 2008 im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité zu sehen sein wird, mit künstlerischen Umsetzungen und didaktischen Darstellungen neue Akzente.
>mehr

Kurator der Ausstellung:
Dr. Rainer Herrn
(Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft)

Ausstellungsdesign:
Eran Schaerf, Christian Gänshirt,
Manuel Raeder (Grafik), Ofri Lapid,
Gunnar Voss (Assistenz)

             Teilnehmende Künstler/innen:
Arnold Dreyblatt (New York)
Pauline Boudry und Renate
Lorenz (Lausanne, Berlin)
Henrik Olesen (Kopenhagen)
Ulrike Ottinger (Berlin)
Eran Schaerf und Eva Meyer
(Tel Aviv, Berlin)
Ausstellungsort:
>>Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Ausstellungseröffnung:
6. Mai 2008

Laufzeit:
7. Mai bis 14. September 2008

Kontakt Magnus-Hirschfeld Gesellschaft:
Dr. Rainer Herrn
T. 030 / 441 39 73
mhg@ magnus.in-berlin.de

Pressekontakt:
Achim Klapp Medienberatung
T. 030 / 257 970 16
info@ achimklapp.de

Vollständiger Pressetext als >PDF


Die Ausstellung wird aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert.
     

 
November 2005
Brief von Hirschfeld an George Sylvester Viereck

Magnus-Hirschfeld Gesellschaft erwirbt Brief mit Hilfe von Sponsoren

75 Jahre nach dem Beginn der Weltreise von Magnus Hirschfeld wurde in einem US-amerikanischen Antiquariat ein zweiseitiger Brief Hirschfelds an den Schriftsteller und Journalisten George Sylvester Viereck angeboten - geschrieben noch in Berlin am 30.10.1930. Hirschfeld stand damals kurz vor der Abreise nach New York. Im Rückblick war das der Beginn seiner Emigration. In dem Brief heißt es noch "... Meine Reise nach Amerika soll eine Erholungs-, Studien- und wenn möglich auch Vortragsreise sein." Aber Hirschfeld sollte von dieser Reise nicht nach Deutschland zurückkehren.

Dieser Brief von Magnus Hirschfeld an George Sylvester Viereck in New York konnte mit Hilfe freundlicher Spenderinnen und Spender erworben werden. Wir bedanken uns herzlich bei:

Jan Feddersen, Ursula Ferdinand, Günter Grau, Marita Keilson-Lauritz, Rüdiger Lautmann, Jörg Litwinschuh, Karsten Millermann, Jan-Henrik Peters, Herbert Potthoff, Andreas Pretzel, Rolf Rosenbrock, Michael Schön, Martin Soelle, James D. Steakley, Karl-Heinz Steinle und Raimund Wolfert.

>Magnus Hirschfeld - Brief an Sylvester Viereck
Brief von Hirschfeld an George Sylvester Viereck
     

 
>>Kulturhistorischer Verein Friedrichshagen e.V.
Hirschfeld im Exil
Eine Ausstellung zu Magnus Hirschfelds Gästebuch 1933-1935

veranstaltet vom Kulturhistorischen Verein Friedrichshagen e.V.

Eröffnung
am Freitag, den 28. Oktober 2005, 19.30 Uhr
Dichterkreismuseum im Antiquariat Brandel
Scharnweberstr. 59, 12587 Berlin-Friedrichshagen
S-Bahn Friedrichshagen

Das Gästebuch von Magnus Hirschfeld aus den Exiljahren 1933-35 in Paris und Nizza liegt seit zwei Jahrzehnten im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Marita Keilson-Lauritz hat daraus eine kleine Ausstellung zusammengestellt: zum Schauen und Staunen, zum Blättern und zur Information über eine Reihe der mehr als 200 Gäste, die sich eingetragen haben (von Emma Goldman bis André Gide, von Walter Hasenclever bis Marc Chagall - viele prominente, aber auch viele weniger prominente Namen). Die Ausstellung wird ergänzt durch Materialien aus Hirschfelds Nachlass, die erst unlängst in den Besitz der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft kamen.


Die Ausstellung ist geöffnet vom 29. Oktober 2005 bis Sommer 2006
mittwochs bis freitags von 12-18 Uhr
sonnabends von 9 bis 12 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung: 030-641 11 60 (Antiquariat Brandel)
     

 
>>gleichnamigen Ausstellung
1-0-1 [one 'o one] intersex

Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung

Katalog zur >>gleichnamigen Ausstellung und Veranstaltungsreihe vom 17.6. - 31.7.2005 in den Ausstellungsräumen der NGBK

Herausgegeben von der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. (NGBK)
- Sprache: deutsch
- ca. 200 Seiten
- Abb. s/w und farbig
- 15 x 20 cm
- Klebebindung
- Preis (10 € während der Ausstellungszeit in der NGBK, Buchhandelspreis ca. 18 €)
Verlag: NGBK, Berlin Vertrieb: Vice Versa Vertrieb
Titel des Ausstellungskatalogs
     

 
>>Psychosozial Verlag
Rainer Herrn: Schnittmuster des Geschlechts

Transvestitismus und Transsexualität in der frühen Sexualwissenschaft. Mit einem Geleitwort von Volkmar Sigusch.

Anhand weitgehend unbekannter Archivquellen und Fotografien beschreibt der Autor, wie sich die wissenschaftliche und soziale Kategorie der Transvestiten im Wechselspiel von Forschern und Beforschten allmählich herausbildete. Parallel zur Textargumentation werden die Bildargumentationen der medizinischen und emanzipatorischen Abbildungspraxen dargestellt.

In der aufkommenden Sexualpathologie des späten 19. Jahrhunderts gehört Cross-Dressing neben Homosexualität und anderen Abweichungen von den Geschlechternormen zur so genannten "konträren Sexualempfindung". Im Dialog mit Sexualwissenschaftlern kam es zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Ablösung der Cross-Dresser in eine eigenständige Kategorie, die Transvestiten, die Magnus Hirschfeld in seiner gleichnamigen Monografie (1910) erstmals beschrieb. Die Etablierung der Transvestiten, wie auch die Ausdifferenzierung ihrer Lebensstile vollzog sich auf der Grundlage von Fremd- und Selbstzuschreibungen spezifischer Geschlechterbilder. Mit der Verbreitung dieses Konzeptes gingen Bestrebungen um die juristische Legitimation ihrer Neigung (Transvestitenscheine, Vornamensänderungen) und um Abgrenzung gegenüber den Homosexuellen einher. Ihre Selbstorganisation erreichte in der Weimarer Zeit eine Blüte.

Der um die Jahrhundertwende forcierte Körperdiskurs brachte ein Arsenal medizinischer Techniken hervor. Im Zuge von Hormonforschung und experimenteller Chirurgie wurden Geschlechtsumwandlungen an Tieren durchgeführt, infolge derer Medialisierung erste Transvestiten den Wunsch nach operativer Geschlechtsumwandlung formulierten. Personen, die heute als 'Transsexuelle' oder 'Transgender' gelten würden, versuchten ab etwa 1910, ihre physische Erscheinung mit der empfundenen Geschlechtszugehörigkeit in Einklang zu bringen, sowohl im Selbstversuch als auch mit ärztlicher Hilfe. Die ab 1912 aufkommenden Frau-zu-Mann- und ab 1920 auch Mann-zu-Frau-Umwandlungen wurden bereits Ende der 20er Jahre zur Routine. Dabei waren diese medizinethisch als "Notoperation" gerechtfertigten Eingriffe nicht ungefährlich und daher juristisch heikel. Die gesamte Diskussion um Transvestitismus und Transsexualität, die von Berlin ausging und fest mit Hirschfelds Namen und seinem Institut für Sexualwissenschaft verbunden ist, blieb nach 1933 weitgehend ausgeblendet. Erst über den Umweg USA wurde sie in den 50er Jahren in beiden deutschen Staaten erneut aufgegriffen.

Beiträge zur Sexualforschung
243 Seiten
ISBN: 3-89806-463-8
Preis: 29,90 €
Gießen 2005, >>Psychosozial Verlag
Titel
     

 
2005
Hentrich & Hentrich
Dose, Ralf:
Magnus Hirschfeld
Deutscher, Jude, Weltbürger

Jüdische Miniaturen, herausgegeben von Hermann Simon, Band15
Mit 16 Abbildungen. 128 Seiten Kartoniert. 15,5 x 11,5 cm.

ISBN 3-933471-69-9
März 2005 - 9,80 €
Verlag Hentrich & Hentrich

Magnus Hirschfeld (1868-1935) stammte aus einer jüdischen Familie, war Sozialdemokrat, Sexualwissenschaftler und Vorkämpfer der Homosexuellenbewegung – ein „streitbarer Wissenschaftler, der Wissenschaft, Humanität und Gerechtigkeit zu verbinden suchte“ (Marita Keilson-Lauritz).

Die Lehre von den „sexuellen Zwischenstufen“ war sein Versuch, den homosexuellen Männern und Frauen ihrem Platz in der Natur und – dadurch – in der Gesellschaft zu geben. Ein aus genauer Beobachtung entstandenes, unerhörtes Konzept, das Geschlechtergrenzen zum fließen brachte in einer Zeit, die sehr festgefügte Vorstellungen über den „Mann“ und die „Frau“ und ihre „natürlichen“ Eigenschaften hatte. Heute wird die Tragweite dieses Konzepts neu, aber nicht mehr unter dem Vorzeichen der Biologie diskutiert.

„Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“ war sein Motto – durchdrungen vom Ethos der Aufklärung wurde ihm Wissenschaft Mittel zum Zweck der Durchsetzung sozialer Gerechtigkeit.

Zeitlebens war er wegen dieses Anspruchs umstritten: weil seine Wissenschaft nicht zweckfrei war, und weil sein Interesse und sein Engagement den sexuellen Außenseitern der Gesellschaft galt. Untrennbar verknüpft ist sein Name mit dem Kampf gegen den § 175 des deutschen Strafgesetzbuches. Auch hier war er seiner Zeit weit voraus: der § 175 wurde erst 60 Jahre nach Hirschfelds Tod aus dem Strafgesetz gestrichen.

Als die Deutschen Hirschfeld als Juden ausgrenzten und ihm seine Heimat nahmen, mußte er sich selbst neu definieren. „Deutscher – Jude – oder Weltbürger?“ notierte er 1933 am Beginn seines Exils und entschied sich für „Weltbürger“ oder „alles drei“.


Die Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum sowie der Verlag Hentrich & Hentrich geben die Reihe JÜDISCHE MINIATUREN heraus, um jüdisches Leben anhand der Lebensläufe bekannter jüdischer Persönlichkeiten aufzuzeigen, Beispiele jüdischer Sakralbaukunst vorzustellen sowie Leben im Judentum zu erläutern. Durchaus programmatisch hat es mit dem Lebensbild des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn begonnen, der es für seine Person widerspruchsfrei vereinbaren konnte, bekennender Jude und deutscher Aufklärer zu sein. Unsere Miniaturen sind weit von einer Gesamtschau der jüdischen Welt entfernt, – sie wollen Schlaglichter auf den einen oder anderen Aspekt werfen und sind so Momentaufnahmen aus dem großen Fundus deutsch-jüdischer Beziehungsgeschichte, die es über die Zeitläufe hinweg darzustellen gilt. Die „Jüdischen Miniaturen“ wenden sich auch an ein jugendliches Lesepublikum. Deshalb ist der Umfang dieser Publikationen bewußt begrenzt. Weiterführende Literaturhinweise wollen aber zur fortsetzenden Beschäftigung anregen und zu gerade in unserer Zeit nötigen Leseneugier überreden. Eine bewußt erlebte Zukunft ist nur möglich vor dem Hintergrund lebendig gehaltener Vergangenheit, zu der die großen Beispiele jüdischdeutscher Wechselwirkungen unverzichtbar gehören.

      Umschlagbild

 
November
2004
Ehrung Hirschfelds in Jerusalem
Straßennamen in Jerusalem
Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft hat den Vorschlag, in Jerusalem eine Straße nach Magnus Hirschfeld zu benennen, mit einem >Schreiben (PDF) an den Bürgermeister von Jerusalem, Hern Uri Lupuliansky, unterstützt. Die Straßenbenennung ist heftig umstritten, wie einer Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur KNA zu entnehmen ist.
> mehr dazu
      Magnus Hirschfelds Grab in Nizza

 
Herbst
2004
Reversing Vandalism
"Reversing Vandalism"
Daniel Nicoletta - Collage
Der Fotograf Daniel Nicoletta, San Francisco, hat der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft einen Abzug seiner großformatigen Collage für das Projekt "Reversing Vandalism" der San Francisco Public Library geschenkt. Mit "Reversing Vandalism" reagierte die Public Library auf Zerstörungen eines Haßtäters, der schwule, lesbische und feministische Literatur in den Regalen der Bibliothek mit einem Messer attackiert und unbrauchbar gemacht hatte. Die zerstörten Bücher wurden Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung gestellt .

Die über 150 entstandenen Kunstwerke wurden seit April 2004 in den Räumen der Bibliothek gezeigt, sie werden Ende September 2004 zugunsten der Bibliothek versteigert.


Daniel Nicoletta, der das Fotografen-Handwerk bei Harvey Milk, dem später ermordeten ersten schwulen Stadtrat von San Francisco, gelernt hat, hat für seine Collage auch Motive benutzt, die Bezug auf die Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaft durch die Nazis nehmen.

San Francisco Public Library: "Reversing Vandalism"
     

 
Herbst
2004
be.bra Verlag
Elke-Vera Kotowski/Julius H. Schoeps (Hrsg.)
Magnus Hirschfeld
Ein Leben im Spannungsfeld
von Wissenschaft, Politik
und Gesellschaft
400 Seiten, 20 Abb.
29,90 €
ISBN 3-937233-09-1
ISSN 1611-9126
ET: Herbst 2004
Sifria Wissenschaftliche Bibliothek Band VIII


Als Sohn eines jüdischen Sanitätsarztes wurde Magnus Hirschfeld 1868 in Kolberg/ Pommern geboren. Nach seinem Studium der Philosophie, Philologie und Medizin ließ er sich als Arzt nieder und lebte seit 1895 in Berlin. Einer breiten Öffentlichkeit ist Hirschfeld vor allem durch sein Berliner Institut für Sexualwissenschaft bekannt, das er bis zur Zwangsschließung 1933 leitete. Während er sich zeitlebens für eine Reform des Paragraphen 175 einsetzte, vermied er es jedoch, sich als Homosexueller zu outen. Ebenso tabuisierte er sein Judesein. In seinen persönlichen Aufzeichnungen finden sich so gut wie keine Äußerungen zu seiner Herkunft. Das Buch widmet sich dem Leben und Werk des Sexualwissenschaftlers und schlägt dabei einen Bogen zur Wirkungsgeschichte Hirschfelds bis heute.

Rezension von Kurt Laser in Das Parlament Nr. 44 (25.10.2004)
     
Mit Beiträgen u. a. von:
Christina von Braun (Berlin), Ralf Dose (MHG), Bernd-Ulrich Hergemöller (Hamburg), Atina Grossmann (New York), Rainer Herrn (MHG), Manfred Herzer (Berlin), Marita Keilson-Lauritz (Nierderlande), Rüdiger Lautmann (Hamburg), Friedemann Pfäfflin (Ulm), Andreas Pretzel (MHG), David Prickett (MHG), Andreas Seeck (MHG), Hermann Simon (Berlin).

Herausgegeben vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam.

 
August 2004
Männerschwarm
Wolfram Setz (Hg.):
Neue Funde und Studien zu Karl Heinrich Ulrichs

mit einem Beitrag von unserem Mitarbeiter
>Jens Dobler: Ulrichs vs. Preußen.

Bibliothek rosa Winkel Bd. 36
192 Seiten, kartoniert, 12,00 Euro;
ISBN 3 935596 36 7


 
2004
von Bockel Verlag
Jens Dobler (Hrsg.):
Prolegomena zu Magnus Hirschfelds
Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen
(1899 bis 1923)
Register, Editionsgeschichte, Inhaltsbeschreibungen


>Schriftenreihe der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Band 11

394 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 52 Abb.
68,00 Euro
Hamburg 2004, von Bockel Verlag ISBN 3-932696-53-0

Zwischen 1899 und 1923 erschien in 23 Jahrgängen das 'Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen' herausgegeben von Magnus Hirschfeld und dem Wissenschaftlich-humanitären Komitee. Während der Kaiserzeit umfassten einzelne Jahrgänge mehr als tausend Seiten, insgesamt umfaßt das komplette Werk mehr als 11.000 Seiten.

Neben editionsgeschichtlichen und inhaltlichen Beiträgen enthält der vorliegende Band erstmals ein von Jens Dobler, Mitarbeiter der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, in langjähriger Arbeit erschlossenes Namensregister zu allen 23 Jahrgängen des 'Jahrbuchs für sexuelle Zwischenstufen' (einschließlich aller Namenskürzel, literarischen Personen, Figuren der Mythen und Götternamen). Aufgeführt sind 16.000 Einträge und mehr als 40.000 Seitenangaben. Daneben steht ein Firmenregister mit mehr als 800 Einträgen.
     
> Inhaltsverzeichnis und Rückentext

 
2003
LIT Verlag
Andreas Seeck (Hg.):
Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit?
Textsammlung zur kritischen Rezeption des Schaffens von Magnus Hirschfeld


> Inhaltsverzeichnis und Rückentext
Münster: LIT Verlag 2003 ISBN 3-8258-6871-0. 25,90 €

 
Dez.2003
Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft
Nr.35/36; Dezember 2003
Chronik
Prolegomena zum Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen (Ankündigung)

Ralf Dose: In memoriam Li Shiu Tong (1907-1993)
Andreas Pretzel: Drei Stolpersteine in der Rosenthaler Vorstadt (Stolpersteine)

Christiane Leidinger: Theo A[nna] Sprüngli (1880-1953) alias Anna Rüling/Th. Rüling/Th. A. Rüling - erste biographische Mosaiksteine zu einer zwiespältigen Ahnin lesbischer herstory
Christiane Leidinger: Der anarchistische Bund für Menschenrechte 1903-1906 - eine fragmentarische Spurensuche
Christiane Leidinger: Eine Urne im Pferdestall oder: die Geschichte einer geschützten Grabstätte und zweier Grabtafeln für Johanna Elberskirchen (1864-1943) und Hildegard Moniac (1891-1967) (Grabtafeln)
Christiane Leidinger: Werkbibliographie Johanna Elberskirchen - mit Nachweisangaben, Rezensionshinweisen und Suchliste

Jens Dobler: Zur Editionsgeschichte der "Sexualkatastrophen", mit einem biographischen Anhang über Gotthold Lehnerdt

Debatte
Manfred Herzer: Die Auflösung. Das Schweigen. Hirschfeld

Dokumentation
BT-Drucksache 15/473 vom 19.2.2003
und Auszug aus dem Protokoll der 63. Sitzung am 25.9.2003
Presseecho Tagung Potsdam
Polemik
Ralf Dose: Eine Polemik zum Schluß
>Mitteilungen

 
Dez.2002
Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft
Nr.33/34; Dezember 2002
Andreas Pretzel: Anstiftung und Beihilfe zum Mord an Homosexuellen
Jens Dobler: Urichs in Berlin
Bücher für das "dritte Geschlecht"
Rainer Herrn: Sappho und Sokrates
Rainer Herrn: Geschlechtsübergänge und Naturgesetze der Liebe
Ralf Dose: Das Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen (1899-1923)
Jens Dobler: Die Hermaphroditendiskussion vor 150 Jahren.
Johann Ludwig Casper/Samuel D. Gross: Fall von Herrnaphroditismus mit Castration
Debatte
J. Edgar Bauer: Magnus Hirschfeld: per scientiam ad justitiam. Eine zweite Klarstellung.
Dokumentation
BT-Drucksache 14/9218 vom 4.6.2002
Aktionsbündnis Magnus-Hirschfeld-Stiftung: Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung einer Magnus-Hirschfeld-Stiftung
Aus dem Protokoll der 780. Sitzung des Bundesrats vom 27. September 2002
Jens Dobler: Personenregister zum Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen - Band 6, 1904
>Mitteilungen

 
22.12.2002
Diffamierung homosexueller NS-Opfer beenden
Magnus Hirschfeld Gesellschaft fordert würdigen Umgang mit den im Nazi-Regime getöteten Homosexuellen

> Presseerklärung 22. Dezember 2002

 
Dez. 2002
Protestbrief
an den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland Johannes Rau
wegen der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Günter Dörner

> Protestbrief von Dr. Günter Grau
> Unterstützerliste

weitere Links:

Ralf Dose: > Von schwulen Ratten und anderem Getier (aus: Magnus 2.1990, H.9, S. 66-67)

 
2002
LIT Verlag
Andreas Pretzel (Hg.):
NS-Opfer unter Vorbehalt.
Homosexuelle Männer in Berlin nach 1945.


> Rückentext und Inhaltsverzeichnis
Münster: LIT Verlag 2002 ISBN 3-8258-6390-5. 25,90 €

 
-31.7.2005
Institut für Sexualwissenschaft (1919-1933)

 Institute for Sexual Science (1919-1933) 
español Instituto de Sexología (1919-1933) 


Online-Ausstellung - >> CD-Rom
der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft


1. August 2002 bis 31. Juli 2005,
www.magnus-hirschfeld.de/institut



Online-Ausstellung: Institute for Sexual Science (1919-1933)

 
2002
Harrassowitz
Mark Lehmstedt:
Bücher für das "dritte Geschlecht"
Der Max Spohr Verlag in Leipzig. Verlagsgeschichte und Bibliographie (1881-1941).


> Rückentext
Wiesbaden: Harrassowitz 2002
300 Seiten und 20 Abbildungen, Gebunden, 34,00 Euro;
ISBN 3447-04538-8

 
Nov. 2001
Download
Proposal for a Cy Pres Allocation for Homosexual Victims of the Nazis
(Corrected Version)
by the
PINK TRIANGLE COALITION
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Okt. 2001
Männerschwarm
Manfred Herzer:
Magnus Hirschfeld
Leben und Werk eines jüdischen, schwulen und sozialistischen Sexologen
Bibliothek rosa Winkel Bd. 28
Zweite, überarbeitete Auflage, mit zahlreichen Abbildungen,
288 Seiten, kartoniert, 16,00 Euro;
ISBN 3935596286

 
2000
Bestellformular
Hans Bergemann:
Lichtkämpfer, Sonnenfreunde und wilde Nackte
Zur Geschichte der Freikörperkultur in Deutschland
Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung 

32 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 10 DM;
Bestellformular 

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